Uncomfortable silences - Endlich zuhause
Puh, waren das komische erste zwei Wochen. Gut, dass Mama am zweiten Tag auch sofort da war und zwei große Tüten zu Essen mitbrachte.
Länger hätte ich das auch nicht mehr ausgehalten hier trotz Kabelfernsehn. Ne, mal ganz ehrlich, ich hab das Mama und Papa ja nicht so gezeigt, aber genervt hat mich diese Zeit im Krankenhaus schon tierisch. Zuerst auf der Intensivstation lag ich in nem 8-Bett-Zimmer, wo auch noch alles mit Geräten vollstand. Das Gerät mit dem "Piiinng!!" war auch da. Im Vergleich zu meinen Zimmergenossen schien's mir da gar nicht sooo schlecht zu gehen, obwohl ich ganz schön zu kämpfen hatte.Und dann fragt die Ärztin meinen Papa, ob er denn hingucken könnte, wenn man mir Blut abnähme. UND WER FRAGT MICH?? Die hauen mir eine meterlange Nadel in den Kopf - jawohl: IN DEN KOPF!! - saugen mir das wenige Blut, das ich habe (wahrscheinlich inklusive Hirnflüssigkeit) da raus, und man fragt den Herrn Doktor Richter, ob er nicht besser wegsähe. Zum Glück hat er nicht weggesehen und ist auch nicht umgekippt. Wenn ich mitbekommen hätte, dass er weggeguckt hätte, dann hätte ich in 13 Jahren schon pubertäre Möglichkeiten gehabt, ihm das im Nachhinein heimzuzahlen. Glück gehabt.
Relativ schnell kam ich dann in ein Einzelzimmer, da war es an Langeweile nicht mehr zu überbieten. Schlafen - Essen - Schlafen - Essen. Nun gut, ich hatte genug damit zu tun, und dazu noch immer die völlig übernächtigten (aber anscheinend total glücklichen) Gesichter von Mama und Papa alle zweit drei Stunden, das kann einen schon beschäftigen. Spannend wurde es erst, als die beiden mich auch wickeln und baden durften (zum Baden werd ich später noch mehr erzählen), und kurz bevor ich nach Hause durfte, bekam ich dann doch noch einen kleinen Mitbewohner namens Maximilian Kaspar, der aussah wie der kleine Mr. Spock. Mann, war der süß. Er hat mir gleich seine Adresse auf einen Bierdeckel geschrieben und wir haben uns am Aasee verabredet. Aber das ist eine andere Geschichte ...
Viel wichtiger ist, dass ich dann auch irgendwann nach Hause durfte. Papa hatte extra eine Maxi Cosi Cabrio mit Sonnenverdeck gekauft, wo ich so gerade eben reinpasste:
Und dann gings schon auf die Reise nach Hause in den Burgwall. Ich wollte noch mal eben betonen, dass ich stolz bin, eine Hiltruperin zu sein!
Zuhause angekommen - so langsam ist Papa glaube ich noch nie gefahren - war ich ganz schön erschossen, und Papa auch. Obwohl wir aber so müde waren und mein Stubenwagen wirklich ein Träumchen war, hab ich die beiden erstmal gut ne Woche auf Trab gehalten.
Schlafen wird einfach überbewertet, erst recht wenn ich jetzt noch ein paar Tage 24 Stunden von meinem Papa verwöhnt werden kann, der erst am 1.10. seine neue Stelle antreten muss. Na denn mal gute Nacht!
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