The Papa - Situation - Allein mit Uncle Doc
Jetzt reicht's aber wirklich!! Also gut, dass Julia, meine Kinderfrau, Urlaub nehmen muss, sei ihr gegönnt. Ist ja schliesslich kein einfacher Job, auf mich aufzupassen. Da hat man sich auch schonmal Urlaub verdient. Aber wen sie mir da als Vertretung vorgesetzt haben, das geht ja nu mal gar nicht. Er nennt sich "Papa", war wohl auch schon ein paarmal bei uns, aber jetzt volle zwei Wochen ??? Kein Wunder, dass ich schon nach einer Woche SO aussehe.Das ist aber auch ein strammes Programm, was er mit mir jeden Tag abzieht (er behauptet Mama gegenüber ICH würde es mit IHM abziehen, naja so kann man die Wahrheit verschieden auslegen): Erstmal aufwachen. Das ist ja ganz nett. Er wartet, bis ich um 6.30 Uhr ausgeschlafen habe, dann kommt er ganz lieb vorbei, bereitet alles mögliche vor, was ich nicht mitkriege, weil ich mich noch im Bett räkle, bis er mich dann mitnimmt zum Zähneputzen. Ist ne tolle Sache das, man steckt sich ein bis zwei Stangen in den Mund, reibt darin rum, und danach sind alle (bei mir inzwischen schon drei, bei Papa etwas mehr) Zähne sauber. Danach gibt's ne frische Windel und was legeres zum Anziehen. Und dann Frühsport: Treppensteigen. Oben angekommen (wer es nicht weiss: Unsere Wohnung hat zwei Etagen) darf ich mir den Kopfhörer aufsetzen, während Papa sich ein brummendes Ding an die Backe hält und danach nicht mehr so kratzig ist wie vorher.
Danach darf ich noch ein bischen auf dem Bett herumtoben, dann geht's zum Frühstück (Milch). Danach ist freies Spielen angesagt (ausser Mittwochs, da sind wir nach dem Frühstück sofort in der St. Clemens-Krabbelgruppe, eine Selbsthilfegruppe für Kinder, die ihren Eltern zu früh verraten haben, dass sie schon laufen können. Nur ich bin da standhaft geblieben, obwohl mir auch schon Ansätze davon rausgerutscht sind. Aber dazu vielleicht demnächst mehr in der Folge "Jack Rabbit Slim's Twist Contest"). Nach dem freien Spielen also ist dann das zweite Frühstück (Milch). Meist geht dem auch noch ein Zwieback oder ein Viertel Roggenbrot voraus. Danach kann ich gerade noch meine Mails checken. Ich krieg dauernd so Mails mit "Successful, but some warnings were detected. No errors in this project", will mich da jemand schräg anmachen? Ich kann kaum zuende lesen, dann muss ich entweder ins Bett oder in den Kinderwagen und mich zum ersten Mal am Tag ausruhen. Der Typ hat's echt raus, mich alle zu machen, dabei sieht er selbst immer so fertig aus.
Nach dem Vormittagsschlaf (ca. 50-70 min.) passiert dann schon nicht mehr so viel: Möhrenmittagstisch mit Milch zum Nachtisch und dann ist schon Mama wieder da und der ruhige Teil des Tages fängt an ... natürlich wieder mit einem ausgedehnten Schläfchen. Schlimm wird's erst, wenn beide noch soweit fit sind, dass sie mir den Rest des Tages BEIDE auf der Pelle hocken, mit mir baden wollen, mit mir zusammen abendessen ... da muss ich sie bis um 19 Uhr bespassen und bin dann so gerädert, dass ich 12 Stunden durchpenne.









Bis auf ein bischen Vernebelung eigentlich unverändert. Gut, ich bin seeehr viel anhänglicher, seehr viel empfindlicher (wenn ich bei Stehversuchen am Glasschrank abrutsche und auf den Popo plumpse, fang ich schon mal an zu wimmern, anstatt sofort weiterzuclimben) und seeehr viel schläfriger. Diese Phasen waren aber auch die einzigen Ruhephasen, die ich Mama und Papa an diesem Wochenende gelassen habe. Aber sollen die doch zufrieden sein, dass ich meine Krankheit (wie sie übrigens auch immer) aufs Wochenende gelegt habe und nicht mitten in die Woche.
Ein bischen weniger benebelt, aber immer noch mit denselben Eigenschaften wie oben. Mädchen halt. Papa und Onkel Olli waren übrigens besonders traurig, weil wir eigentlich gemeinsam mit meinem Cousin Max ein "Drei Männer und ein Baby"-Wochenende ohne Mamas machen wollten. Muss halt schon wieder verschoben werden. Aber die Starsky&Hutch-DVD, die sich die beiden Papas vorgenommen haben zu gucken, wird ja nicht schimmelig. Papa hat mir dann auch noch das Zaubermittel gezeigt: "Nasenspray" mit Salzwasser.
Also, was ich kapiert habe, ist, dass man es vorher schütteln muss, damit da was rauskommt, aber warum man das dann nicht (wie ungefähr 90% der Dinge, die ich da rein stecken will) in den Mund sondern in die Nase stecken muss, habe ich nicht kapiert. Wo doch der ganze Rotz in den Mund schiesst, nachdem man das Spray in die Nase geschossen hat. Kann man doch auch gleich den Mund nehmen ... Vielleicht erklärt Papa mir das irgendwann nochmal. Ist halt nur ein Mathe-Doktor, der Knallkopp, als ob der was von Medizin wüsste.