27.9.05

The Papa - Situation - Allein mit Uncle Doc

Jetzt reicht's aber wirklich!! Also gut, dass Julia, meine Kinderfrau, Urlaub nehmen muss, sei ihr gegönnt. Ist ja schliesslich kein einfacher Job, auf mich aufzupassen. Da hat man sich auch schonmal Urlaub verdient. Aber wen sie mir da als Vertretung vorgesetzt haben, das geht ja nu mal gar nicht. Er nennt sich "Papa", war wohl auch schon ein paarmal bei uns, aber jetzt volle zwei Wochen ??? Kein Wunder, dass ich schon nach einer Woche SO aussehe.
Das ist aber auch ein strammes Programm, was er mit mir jeden Tag abzieht (er behauptet Mama gegenüber ICH würde es mit IHM abziehen, naja so kann man die Wahrheit verschieden auslegen): Erstmal aufwachen. Das ist ja ganz nett. Er wartet, bis ich um 6.30 Uhr ausgeschlafen habe, dann kommt er ganz lieb vorbei, bereitet alles mögliche vor, was ich nicht mitkriege, weil ich mich noch im Bett räkle, bis er mich dann mitnimmt zum Zähneputzen. Ist ne tolle Sache das, man steckt sich ein bis zwei Stangen in den Mund, reibt darin rum, und danach sind alle (bei mir inzwischen schon drei, bei Papa etwas mehr) Zähne sauber. Danach gibt's ne frische Windel und was legeres zum Anziehen. Und dann Frühsport: Treppensteigen. Oben angekommen (wer es nicht weiss: Unsere Wohnung hat zwei Etagen) darf ich mir den Kopfhörer aufsetzen, während Papa sich ein brummendes Ding an die Backe hält und danach nicht mehr so kratzig ist wie vorher. Danach darf ich noch ein bischen auf dem Bett herumtoben, dann geht's zum Frühstück (Milch). Danach ist freies Spielen angesagt (ausser Mittwochs, da sind wir nach dem Frühstück sofort in der St. Clemens-Krabbelgruppe, eine Selbsthilfegruppe für Kinder, die ihren Eltern zu früh verraten haben, dass sie schon laufen können. Nur ich bin da standhaft geblieben, obwohl mir auch schon Ansätze davon rausgerutscht sind. Aber dazu vielleicht demnächst mehr in der Folge "Jack Rabbit Slim's Twist Contest"). Nach dem freien Spielen also ist dann das zweite Frühstück (Milch). Meist geht dem auch noch ein Zwieback oder ein Viertel Roggenbrot voraus. Danach kann ich gerade noch meine Mails checken. Ich krieg dauernd so Mails mit "Successful, but some warnings were detected. No errors in this project", will mich da jemand schräg anmachen? Ich kann kaum zuende lesen, dann muss ich entweder ins Bett oder in den Kinderwagen und mich zum ersten Mal am Tag ausruhen. Der Typ hat's echt raus, mich alle zu machen, dabei sieht er selbst immer so fertig aus. Nach dem Vormittagsschlaf (ca. 50-70 min.) passiert dann schon nicht mehr so viel: Möhrenmittagstisch mit Milch zum Nachtisch und dann ist schon Mama wieder da und der ruhige Teil des Tages fängt an ... natürlich wieder mit einem ausgedehnten Schläfchen. Schlimm wird's erst, wenn beide noch soweit fit sind, dass sie mir den Rest des Tages BEIDE auf der Pelle hocken, mit mir baden wollen, mit mir zusammen abendessen ... da muss ich sie bis um 19 Uhr bespassen und bin dann so gerädert, dass ich 12 Stunden durchpenne.

19.9.05

Gourmet Coffee - Mein erster Geburtstag

Jetzt muss ich euch von einer tollen Sache erzählen. Mein erster Geburtstag am Freitag, 16.9.! Kerzen kenne ich ja schon. Die kann man auspusten, anpusten, die leuchten ganz toll, und wenn man den Docht abknibbelt, gehen sie gar nicht mehr an. Aber an meinem Geburtstag haben Mama und Papa die ganze Wohnung damit vollgestellt, ich habe einen Extrazwieback bekommen, ein Baby-Handy (endlich kann ich auch telefonieren) und das tollste (kam aber erst am Tag danach): Eine Kinder - Fahrrad - Anhänger - Baby - Jogger - Kombination inklusive rosa Helm. Mama und Papa haben mir erzählt, sie wären inzwischen schon zweimal mit mir joggen gewesen darin, hab ich wohl komplett verpennt, das Ganze. Vielleicht laufen die einfach zu kurze Strecken ... Bald geht's auch mit Helm hinter Mamas und Papas Fahrrad.

Die richtige Geburtstags-Action ging dann aber am Wochenende ab. Aufgrund des vollen Terminkalenders meiner Omas und Opas, mussten wir zweimal feiern. Einmal mit Oma und Opa Volken und den Dittmännern am Samstag und dann mit Oma und Opa Richter, Olli, Nadine und Max am Sonntag. Es soll sich ja auch lohnen.
Am Samstag waren wir dann bei meinem Freund Aldo am Hiltruper See. Da haben wir auch schon meine Taufe gefeiert. Jetzt, wo ich schon (81 cm) groß bin, habe ich vor dem auch nicht mehr so eine Angst. Der dachte glatt, wir kämen um 15.30 Uhr um was zu essen, dabei wollten wir nur einen (Gourmet-)Kaffee trinken und Kuchen haben. Hat er dann aber schnell gemerkt und noch ein Kuchenbuffet aufgefahren, das sich gewaschen hatte.
Und was ich nicht alles geschenkt bekommen habe ... Erstmal Klamotten, Klamotten, Klamotten, ... (bin ja auch ein Mädchen), einen Fusssack für die kalten Tage für den Kinderwagen, ganz viele Bilder von Cousine Julia, Lego-Bauklötze, ein Winnie-Puh-Steckbild von Kinderfrau Julia. Gut, dass das alles über mehrere Tage verteilt lief.

Am Sonntag fuhren wir dann los zu Oma und Opa Richter. Die haben sich auch wieder mal riesig gefreut. Insbesondere, weil ich sofort mitgeholfen habe, Zwiebeln zu schälen für's Mittagessen.Onkel Olli, Tante Dine und Vetter (Max-)Vincent kamen dann auch, und dann gab's auch da wieder mal Bescherung. Klamotten, Klamotten, Klamotten, ... bin ja ein Mädchen, und ein Bilderbuch. Komisch nur, dass es diesmal kein Heringstipp gab, muss wohl ein Versehen gewesen sein. Aber da wurde ja nicht nur ich beschenkt, (Max-)Vincent hat noch was von Papa geschenkt gekriegt, ist ja schliesslich sein Patenkind, Olli hat was von Papa geschenkt gekriegt (ist ja schliesslich sein Bruder), und alle haben Oma (Namenstag) und Dine (Namenstag) auch was geschenkt. Ich hab dann gleich mal nachgeschlagen, wann ich denn Namenstag habe: hehe, ist auch schon im Oktober, cool! Also, Bobby-Car, Kinder-Küche, ... her damit!!
Max musste dann aber leider früher nach Hause, weil er nur rumgenörgelt hat und seine Trotzphase so richtig auslebte.Schade eigentlich, das war schon klasse, wie der so rumgetobt hat. Wenn ich doch auch schon laufen könnte. Ich habe beschlossen, meine Trotzphase komplett zu überspringen und nie rumzunörgeln. Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass Mama und Papa mir alles erlauben, selber nie rummeckern und alles machen, was ich sage. Das wird schon klappen. Oder? Dass das bei Max nichts wird, muss einfach an seinem Papa liegen. In Sachen fettige Haare stehen wir uns in nichts nach, aber wer würde bei so einem Rebellen als Papa nicht auch rebellieren? Zum Glück ist es nur mein Patenonkel mithin nur für Geschenke zuständig. Zum Dank darf er mich auch mal hochheben, ohne dass ich anfange rumzufremdeln. Ich darf ihm auch am Bart ziehen und an seine (zugegebenermassen etwas unförmige) Nase packen. Hoffentlich nimmt er mich nie mit auf die Parties, von denen er immer (dem Aussehen nach zu urteilen) zu kommen scheint.Oder kommt er wirklich meistens von daher zum Kaffetrinken? Mal Papa fragen ... obwohl, ob der mir das erzählen würde? Nach der letzten Party, auf der die gemeinsam waren, haben die mich immer nach Stroh unter einem Stromkasten gefragt, ... sehr verdächtig.

12.9.05

Vincent & Mia - Endlich mal wieder vereint

Jetzt geht's aber los. (Sara) Mia hatte endlich mal ein Date mit ihrem kleinen Cousin (Max) Vincent. Und wir haben uns echt gut verstanden, auf Anhieb. Natürlich war er ein bischen schüchtern, kann man ja verstehn, so selbstbewusst, wie ich da rumgeheizt bin bei Oma und Opa; und mir sofort (Max) Vincent's Feuerwehrauto geschnappt habe.
Aber ich glaube, der hat mich genauso gern wie ich ihn. Zumindest ist der Verdacht, ich käme irgendwie nicht so toll auf andere Kinder klar, den Mama und Papa hatten, nun vollends ausgeräumt. Ich habe eben nur meine Vorlieben. Ich hab sogar mit Max zusammen einen Five Dollar Milkshake getrunken. Er hatte nur eine Vanilla Coke (bei ihm heisst das noch "Apfelsaft"). Es war echt toll bei Oma und Opa.
Die hatten einen richtig tollen riesigen Teddy, sind den ganzen Tag um mich rumgesprungen, hinter mir hergekrabbelt, und konnten gar nicht genug bekommen von mir. Nach all der Liebe habe ich bei denen auf der Terrasse aber erstmal 1,5 Stunden geschlafen nachmittags.Ganz schön anstrengend ist das nämlich auch, in dem großen Garten rumzukrabbeln, alle neuen Räume zu erkunden, den Ofen auszuprobieren, Äpfel runterzuwerfen und auf dem großen Flügel Klavier zu üben. Nicht so ein schlappes E-Piano wie zuhause in Münster ...

Es war viel zu schnell vorbei der Tag, aber Papa hat schon versprochen: Nächste Woche Sonntag feiern wir da meinen Geburtstag nach, und danach die Woche sind Papa und ich mindestens 4 Tage da. Das wird eine Freude! Hoffentlich kommt (Max) Vincent dann auch wieder. Wenn er nicht so einen komischen Papa hätte, der auch immer mit dabei ist, wäre der ganz in Ordnung. Aber den geb ich immer bei meinem Papa ab, der hat gelernt, den zu ertragen.

9.9.05

Little baby tomato - Schon wieder ok

War ja doch nicht sooo schlimm das mit der Grippe. Nachdem Mama und Papa am Wochenende alles für mich getan haben, hat Julia mich dann in dieser Woche so richtig gesund gepflegt, so dass ich in dieser Woche noch den Restsommer in meinem Lieblingskleid und mit meiner Lieblingsmütze auf geniessen konnte.
Nur Papa hab ich einen mitgegeben. Der wurde plötzlich ganz blass und hat seit Dienstag im Bett gelegen (mit ein paar Pausen am Rechner und Telefon). Alles (ausser dem Dünnpfiff), was ich hatte, kriegte er auch. Das hat ihm allerdings einen tieferen Einblick in die DVD-Szene (gut: der Neue de Niro [Hide and Seek] und der neue Willis [Hostage], (vorhersehbar)schlecht: der neue Seagal) und die schweizer Lotterieszene gebracht.
Einmal durfte ich auch mit ihm "Sponge Bob" gucken, so begeistert wie mein Cousin Max bin ich davon aber nicht. Viel zu abgedreht die Serie. Da schaue ich doch lieber "24", "Starsky&Hutch" oder "Unter uns". Manchmal frage ich mich, ob Papa sich überhaupt von seiner Arbeit erholt zwischendurch. Ich glaube, das macht ihm alles viel zu viel Spass. Aber komischerweise sieht er immer wie nach 4 Wochen Urlaub aus, nachdem ich ihn nur einmal angestrahlt oder ihm zugewunken habe.
Ich schaffe es aber trotzdem manchmal, ihn zur Weissglut zu bringen, indem ich das Wort "Papa" in den unmöglichsten Zusammenhängen benutze, und nie auf ihr zeige, wenn er fragt "Wo ist Papa?", sondern wahlweise auf eine Lampe, eine Kerze oder einen Bauklotz. Wenn er abends (diese Woche war es auch mal morgens oder mittags) die Treppe runterkommt, sage ich einfach mal "Mama" oder "Geschlechtertheorie in quadratischen Funktionenkörpern über F_p", aber bestimmt nicht "Papa". Morgen geht's zu Oma und Opa nach Lendringsen. Da war ich auch schon lange nicht mehr. Heringstipp gibt's da. Ich weiss zwar noch nicht, was das ist, aber lecker soll das sein. Vielleicht gibt's da auch ne Hipp-Version von. Es gibt ja sonst alles von Hipp: "Penne arrabiata", "Baci di Alassio" und "Spaghetti al pesto" habe ich letztens noch im Edeka gesehen, warum nicht auch "Herginstipp alla Chrissel". Mal schaun.

4.9.05

I gotta get a medical book - Das erste Mal krank

Na, da muss ich ja mal sofort relativieren. Das erste Mal war es natürlich nicht, dass ich krank war (man lese dies in den ersten Kapiteln nach). Aber seit meinen "Anlaufschwierigkeiten" vor knapp einem Jahr (SOOO lange ist das schon wieder her, was für ein Babyleben), war ich an diesem Wochenende zum ersten Mal krank. SO sehe ich übrigens aus, wenn ich krank bin.Bis auf ein bischen Vernebelung eigentlich unverändert. Gut, ich bin seeehr viel anhänglicher, seehr viel empfindlicher (wenn ich bei Stehversuchen am Glasschrank abrutsche und auf den Popo plumpse, fang ich schon mal an zu wimmern, anstatt sofort weiterzuclimben) und seeehr viel schläfriger. Diese Phasen waren aber auch die einzigen Ruhephasen, die ich Mama und Papa an diesem Wochenende gelassen habe. Aber sollen die doch zufrieden sein, dass ich meine Krankheit (wie sie übrigens auch immer) aufs Wochenende gelegt habe und nicht mitten in die Woche.
Doch nun zum Thema: Also, wie der Ersatzarzt am Samstag sagte, war es ein Virus mit Fieber, Schnupfen, Husten und Dünnpfiff, das komplette Programm. Von Freitag auf Samstag (Papa war gerade aus Basel vom Glühen zurück) alle 2 Stunden wach und getrunken, am Samstag dann bis zu 38,5 Fieber, dagegen haben aber dann Zäpfchen (unten) und Kügelchen (oben) geholfen. Komische Angelegenheit sowas. Was die einem da alles irgendwo (ausser Milch, Tee, Waffeln, Keksen, Brei) reinschieben. Danach sah ich dann schon wieder so aus.Ein bischen weniger benebelt, aber immer noch mit denselben Eigenschaften wie oben. Mädchen halt. Papa und Onkel Olli waren übrigens besonders traurig, weil wir eigentlich gemeinsam mit meinem Cousin Max ein "Drei Männer und ein Baby"-Wochenende ohne Mamas machen wollten. Muss halt schon wieder verschoben werden. Aber die Starsky&Hutch-DVD, die sich die beiden Papas vorgenommen haben zu gucken, wird ja nicht schimmelig. Papa hat mir dann auch noch das Zaubermittel gezeigt: "Nasenspray" mit Salzwasser.Also, was ich kapiert habe, ist, dass man es vorher schütteln muss, damit da was rauskommt, aber warum man das dann nicht (wie ungefähr 90% der Dinge, die ich da rein stecken will) in den Mund sondern in die Nase stecken muss, habe ich nicht kapiert. Wo doch der ganze Rotz in den Mund schiesst, nachdem man das Spray in die Nase geschossen hat. Kann man doch auch gleich den Mund nehmen ... Vielleicht erklärt Papa mir das irgendwann nochmal. Ist halt nur ein Mathe-Doktor, der Knallkopp, als ob der was von Medizin wüsste.