
Am Wochenende - genauer den ganzen Samstag lang - waren wir endlich mal im Münsteraner Zoo. Nachdem Papa mir schon irgendwann einmal im Hammer Tierpark einen Vorgeschmack gegeben hatte, war das nun eine Riesennummer größer (und latürnich auch teurer). Aber wenn Mama und Papa schonmal Steuern wiederkriegen, kann man sich das auch mal leisten. Die gönnen mir ja sonst nichts (immer nur Nudeln ohne Soße und Gemüse ohne Gewürze, wo die immer dran sparen, ts ts ts). Aber davon wollte ich ja gar nicht erzählen, wie ich hier zuhause behandelt werde, sondern was am Wochenende los war. Wir hatten uns mit Onkel Andy, Tante Susan, Cousine Julia, Onkel Olli und Vetter (Max) Vincent verabredet für einen Tag im Zoo. Da gings dann auch gleich um 11 Uhr los mit dem Bären - Haus. Eine entfernte Ähnlichkeit mit den Teddys, die bei uns zuhause in jeder Ecke liegen, konnte ich feststellen, schmusen wollte ich mit denen im Zoo dann aber doch nicht, obwohl die einen sehr trägen Eindruck machten, insbesondere der Braunbär, der ganz schön bekifft zu sein schien. War wohl eine Leihgabe aus dem Stuttgarter Zoo.

Danach gings zu den Hopp Hopp Pferden. Seit Neuestem (zumindest seit Mama und Papa zuletzt im Zoo waren) gibt es jetzt das Pferdemuseum im Zoo, das sieht schon nach was aus. Ganz toll. Pferde gibt es ja bei uns in Hiltrup auch ganz schön viele, aber die sind nicht so schön wie die im Zoo. Nachdem ich mit meiner Sextanerblase dann schon zum zweiten Mal wickeln war, ging ich mit mama zu den Delfinen; das war ein Spass; Mann war da was los. Papa ist draussen geblieben und hat auf Mamas selbstgebackene Muffins aufgepasst, komisch, dass trotzdem danach keine mehr da waren, obwohl er drauf aufgepasst hat.

Hm, ... Überhaupt gab es sooo viel zu essen, dass ich ganz platt war, als wir mal ne Pause machten. Fast wäre ich neben Julia von der Bank gerutscht. Nicht wundern, dass ich so dick angezogen war. Es wurde zwar nach und nach wärmer und es kam sogar die Sonne raus, aber bis ca. 15 Uhr konnte man noch gut Schal, Mütze und Strumpfhose vertragen. Trotzdem war ich den ganzen Tag auf den Beinen und musste sogar (Max) Vincent meinen Kinderwagen ausleihen, weil der nicht mehr konnte. Während er ein Schläfchen machte, habe ich mir dann noch die Elefanten angeguckt (die auch um einiges größer waren als die in meinem Kinderzimmer; so kann man sich in den Dimensionen vertun) und habe dann noch an einer Rollstuhlrampe Bergtraining gemacht.

Selbst Mama machte irgendwann schlapp und hat dann vorgeschoben, dass ich schon zweimal geniest habe, damit sie endlich nach Hause ins Bett konnte. Nagut, ich bin dann solidarisch auch früh schlafen gegangen, nicht ohne, Papa den ganzen Abend noch "Gei" zu nennen, so wie er es mir den ganzen Tag über beigebracht hat; und ich dachte immer, der hieße "Raphael". Aber nachdem ich an dem Tag soviel neue Sachen gelernt habe, hat mich auch das nicht mehr gewundert. Nur eine "Black Mamba" habe ich nicht kennengelernt; da lag nur eine träge Python herum, dabei hat eine (ehemals) gute Freundin mal gesagt
The amount of venom that can be delivered from
a single bit [of a black mamba]
can be gargantuan.

Die hätte ich gerne auch noch gesehen, aber vielleicht kann Papa mir ja mal eine Black Mamba auf ner DVD zeigen. Ich glaube, er hat da eine große Auswahl zuhause. Im Moment muss ich mich aber mit harmlosen Rattenhörnchen begnügen, die in der Eiszeit Eicheln sammeln.Sowas komisches, wer glaubt denn an so einen Quatsch. Vielleicht (Max) Vincent, aber ich doch nicht.